Erkältungsbalsam selber machen

Eine verstopfte Nase, Husten und ein kratziger Hals gehören zu den typischen Beschwerden einer Erkältung. Ein selbst gemachter Erkältungsbalsam kann die Virusinfektion zwar nicht heilen, für manche Menschen aber als wohltuender Duft- und Pflegebalsam angenehm sein. Für unser einfaches DIY verwenden wir bewusst nur wenige Zutaten und eine niedrige Konzentration Eukalyptusöl. Denn ätherische Öle sind natürliche, aber hochkonzentrierte Pflanzenstoffe und sollten entsprechend sparsam eingesetzt werden.


Was kann ein Erkältungsbalsam leisten?

Ein Erkältungsbalsam ist kein Mittel gegen die Ursache einer Erkältung. Die Infektion selbst wird normalerweise vom Immunsystem überwunden.

Ein Balsam mit ätherischem Öl kann jedoch als angenehm empfunden werden. Der Duft von Eukalyptus und ähnlichen Pflanzen ist seit Langem Bestandteil traditioneller Erkältungspräparate.

Wichtig ist die richtige Erwartung:

  • Der Balsam beseitigt keine Erkältungsviren.
  • Er verkürzt eine Erkältung nicht nachweislich.
  • Er ersetzt bei ernsthaften Beschwerden keine medizinische Behandlung.
  • Der Duft und das Einreiben können sich trotzdem wohltuend anfühlen.

Bei einem selbst gemachten Produkt geht es deshalb eher um eine einfache begleitende Anwendung während einer Erkältung als um ein DIY-Medikament.


Erkältungen werden durch Viren verursacht

Eine Erkältung, auch grippaler Infekt genannt, wird normalerweise durch Viren ausgelöst. Typische Beschwerden sind Schnupfen, Niesen, Husten, Halsschmerzen und ein allgemeines Krankheitsgefühl.

Die meisten Erkältungen verschwinden innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen wieder von selbst. Husten kann allerdings länger anhalten.

Dass Erkältungen in der kalten Jahreszeit besonders häufig auftreten, bedeutet deshalb nicht, dass Kälte selbst die Krankheit verursacht.

Eine Erkältung sollte außerdem nicht mit einer echten Grippe verwechselt werden. Eine Influenza beginnt häufig deutlich plötzlicher und kann mit hohem Fieber, Schüttelfrost sowie ausgeprägten Muskel- und Gliederschmerzen einhergehen.


Ätherische Öle: natürlich, aber hochkonzentriert

Ätherische Öle werden aus Pflanzen beziehungsweise Pflanzenteilen gewonnen und enthalten zahlreiche flüchtige Inhaltsstoffe.

Der Begriff „natürlich“ bedeutet dabei nicht automatisch „harmlos“. Ätherische Öle sind hochkonzentriert und können bei falscher Anwendung unter anderem:

  • die Haut reizen
  • allergische Reaktionen auslösen
  • Schleimhäute reizen
  • bei empfindlichen Menschen Atemwegsbeschwerden auslösen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt deshalb, nahezu alle ätherischen Öle nur stark verdünnt anzuwenden.

Für kosmetische Produkte, die auf der Haut verbleiben, empfiehlt die zuständige BfR-Kommission für einzelne Stoffe beziehungsweise Öle wie Eukalyptusöl und Menthol eine Konzentration von höchstens 1 Prozent.

Unser Rezept bleibt bewusst darunter.

Bei ätherischen Ölen gilt nicht: Viel hilft viel. Eine niedrige Konzentration ist die bessere Ausgangsbasis.


Warum Eukalyptusöl?

Eukalyptusöl gehört zu den klassischen Bestandteilen pflanzlicher Erkältungspräparate.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA erkennt für entsprechende Eukalyptusöl-Arzneimittel eine traditionelle Anwendung zur Linderung von Husten bei Erkältungen an.

Die Einschätzung beruht allerdings vor allem auf der langjährigen traditionellen Verwendung. Die klinische Studienlage erlaubt keine übertriebenen Heilversprechen.

Deshalb kommt hier nur wenig Eukalyptusöl hinein: Der Balsam soll dich begleiten, er ersetzt kein zugelassenes Arzneimittel.


Warum Menthol die Nase freier erscheinen lässt

Pfefferminzöl und Menthol werden häufig mit einer „freien Nase“ verbunden.

Das liegt unter anderem daran, dass Menthol Kälterezeptoren aktiviert. Dadurch entsteht das bekannte kühlende Frischegefühl.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass geschwollene Nasenschleimhäute tatsächlich abschwellen oder sich der messbare Atemwegswiderstand entsprechend verringert.

Man kann sich subjektiv freier fühlen, ohne dass die Nase objektiv weiter geöffnet ist.

Für unser Grundrezept verzichten wir deshalb bewusst auf Pfefferminzöl und Menthol. Das hält die Zutatenliste kurz und reduziert zusätzliche Einschränkungen.


Erkältungsbalsam selber machen

Dieses Rezept ist bewusst einfach gehalten und richtet sich ausschließlich an Erwachsene.

Zutaten für etwa 50 Gramm Balsam

  • 40 g Pflanzenöl, zum Beispiel Olivenöl
  • 10 g Bienenwachs
  • 0,25 g Eukalyptusöl
  • 1 kleines sauberes und vollständig trockenes Schraubglas oder eine Dose

Mit 0,25 Gramm Eukalyptusöl liegt die Konzentration im fertigen Balsam ungefähr bei 0,5 Prozent und damit deutlich unter dem vom BfR genannten Richtwert von maximal 1 Prozent für Eukalyptusöl in auf der Haut verbleibenden kosmetischen Produkten.

Ätherisches Öl solltest du möglichst genau abwiegen. Tropfengrößen können sich je nach Flasche und Tropfeinsatz unterscheiden, weshalb „ein paar Tropfen nach Gefühl“ keine zuverlässige Dosierung ist.

Wenn deine Waage solche kleinen Mengen nicht zuverlässig messen kann, solltest du dich an die Dosierangaben des verwendeten Produkts halten und im Zweifel lieber weniger als mehr verwenden.

Welches Pflanzenöl eignet sich?

Du brauchst für einen einfachen Balsam kein exotisches Spezialöl. Ein hautverträgliches Pflanzenöl, das bereits vorhanden ist, kann völlig ausreichen.

Olivenöl ist beispielsweise gut verfügbar und erspart möglicherweise den zusätzlichen Kauf von Kokosöl oder anderen speziellen Trägerölen.

Wenn du ein anderes Öl verwenden möchtest, sollte es für die Anwendung auf der Haut geeignet sein und von dir gut vertragen werden.


Zubereitung

  1. Reinige das Glas und deine Arbeitsgeräte gründlich und lasse alles vollständig trocknen.
  2. Gib Pflanzenöl und Bienenwachs in ein hitzebeständiges Gefäß.
  3. Erwärme die Mischung vorsichtig im Wasserbad, bis das Bienenwachs vollständig geschmolzen ist.
  4. Nimm das Gefäß aus dem Wasserbad und lasse die Mischung etwas abkühlen.
  5. Wiege das Eukalyptusöl möglichst genau ab und rühre es gründlich unter.
  6. Fülle den noch flüssigen Balsam in das saubere Glas.
  7. Lasse ihn vollständig abkühlen und verschließe das Glas anschließend.
  8. Beschrifte das Behältnis mit Inhalt und Herstellungsdatum.

Wird der Balsam später zu fest, kannst du beim nächsten Ansatz etwas weniger Wachs verwenden. Ist er dir zu weich, lässt sich der Wachsanteil leicht erhöhen.


So verwendest du den Balsam

Verwende zunächst nur eine kleine Menge. Trag den Balsam sparsam auf Brust oder oberen Rücken auf, nicht im Gesicht, nicht unter der Nase und nicht auf gereizter Haut. Wasch dir danach die Hände, damit das ätherische Öl nicht versehentlich an Augen oder Schleimhäute gelangt.

Vor der ersten großflächigeren Anwendung empfiehlt das BfR eine Kontaktprobe an einer kleinen Hautstelle. Treten Rötung, Brennen, Juckreiz oder andere Beschwerden auf, solltest du den Balsam nicht weiter verwenden.

Die früher häufig empfohlene Anwendung von Erkältungsbalsam an den Fußsohlen haben wir bewusst nicht übernommen. Für eine besondere erkältungslindernde Wirkung über die Fußsohlen gibt es keine überzeugende Grundlage.


Wichtige Sicherheitshinweise

Dieses DIY-Rezept ist nur für Erwachsene gedacht, nicht für Säuglinge oder Kinder. Trag den Balsam nicht im Gesicht, direkt unter der Nase oder in den Nasenlöchern auf, vermeide den Kontakt mit Augen und Schleimhäuten und lass offene, verletzte oder stark gereizte Haut aus.

Verwende das ätherische Öl für dieses Rezept niemals unverdünnt, nimm weder Balsam noch Öl ein und bewahre beides außerhalb der Reichweite von Kindern auf.

Wenn du weißt, dass du auf Duftstoffe allergisch reagierst oder ätherische Öle nicht verträgst, verzichte besser ganz darauf. Bei Asthma, in der Schwangerschaft oder Stillzeit gilt: ätherische Öle besonders zurückhaltend verwenden und im Zweifel ärztlich oder in der Apotheke nachfragen.

Auch natürliche Duftstoffe können Kontaktallergien oder andere Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. „Natürlich“ und „hautfreundlich“ sind deshalb keine Synonyme.


Warum das Rezept nicht für kleine Kinder gedacht ist

Säuglinge und Kleinkinder reagieren wesentlich empfindlicher auf ätherische Öle als Erwachsene.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt insbesondere bei Kindern unter drei Jahren vor stark wirksamen Stoffen beziehungsweise Ölen wie:

  • Kampfer
  • Eukalyptusöl
  • Pfefferminzöl beziehungsweise Menthol

Schon geringe Mengen können bei kleinen Kindern schwerwiegende Reaktionen auslösen, darunter Atemwegsprobleme und Krampfanfälle.

Zwar gibt es zugelassene Eukalyptusöl-Arzneimittel, die je nach Produkt und Anwendung für bestimmte Altersgruppen vorgesehen sind. Daraus lässt sich aber keine sichere Dosierung für ein selbst gemischtes DIY-Produkt ableiten.

Deshalb gilt für dieses Rezept: nur für Erwachsene. Für Kinder sollten ausschließlich Produkte verwendet werden, die ausdrücklich für das jeweilige Alter vorgesehen sind, und deren Dosierungsanleitung genau beachtet werden.


Vegane Variante ohne Bienenwachs

Bienenwachs ist ein tierisches Produkt. Wer darauf verzichten möchte, kann grundsätzlich auf pflanzliche Wachse wie Candelillawachs oder Carnaubawachs ausweichen.

Diese Wachse verhalten sich allerdings nicht genauso wie Bienenwachs. Sie können deutlich härter sein und besitzen andere Schmelzeigenschaften.

Deshalb sollte Bienenwachs nicht einfach automatisch im Verhältnis 1:1 ersetzt werden. Beginne bei einem pflanzlichen Kosmetikwachs mit einer kleineren Menge und passe die Konsistenz nach Herstellerempfehlung an.

Auch hier gilt: Vegan bedeutet nicht automatisch ökologisch besser. Herkunft, Verarbeitung, Transport und die benötigte Menge gehören ebenfalls zur Nachhaltigkeitsbewertung.


Haltbarkeit und Aufbewahrung

Unser Grundrezept enthält kein Wasser. Dadurch ist es weniger anfällig für mikrobielles Wachstum als eine selbst gemachte Creme mit Wasserphase.

Trotzdem können Pflanzenöle mit der Zeit oxidieren und ranzig werden.

Deshalb solltest du:

  • nur kleine Mengen herstellen
  • ein sauberes und trockenes Gefäß verwenden
  • keine Feuchtigkeit in den Balsam bringen
  • ihn möglichst kühl und lichtgeschützt aufbewahren
  • das Glas mit Herstellungsdatum beschriften

Eine pauschale Haltbarkeit lässt sich für ein DIY-Produkt nicht seriös angeben. Orientiere dich an der Haltbarkeit der verwendeten Zutaten. Verändert sich Geruch, Farbe oder Konsistenz auffällig, solltest du den Balsam nicht mehr verwenden.


Wie nachhaltig ist DIY-Erkältungsbalsam wirklich?

Selbermachen kann Verpackung sparen und ermöglicht es, ein vorhandenes Glas mehrfach zu verwenden. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jeder DIY-Balsam ökologischer ist als ein gekauftes Produkt.

Auch Bienenwachs, Pflanzenöle und ätherische Öle müssen erzeugt, verarbeitet, verpackt und transportiert werden. Gerade ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenprodukte.

Nachhaltiger wird das DIY deshalb vor allem dann, wenn du:

  • möglichst wenige Zutaten verwendest
  • ein geeignetes Pflanzenöl nutzt, das bereits vorhanden ist
  • kein neues Glas kaufst, sondern ein vorhandenes wiederverwendest
  • nur eine kleine Menge herstellst, die tatsächlich aufgebraucht wird
  • nicht für ein einzelnes Rezept eine Sammlung verschiedener ätherischer Öle kaufst
  • bei neuen Zutaten auf nachvollziehbare Herkunft und Qualität achtest

Glaubwürdige Nachhaltigkeitssiegel können bei einzelnen Rohstoffen Orientierung geben. Ein Siegel ist allerdings keine Garantie dafür, dass ein Produkt in jeder Hinsicht nachhaltig ist.

Nachhaltiges DIY bedeutet nicht, möglichst viele Zutaten selbst zu mischen, sondern vorhandene Ressourcen sinnvoll und sparsam zu nutzen.


Wann der Balsam nicht reicht

Eine gewöhnliche Erkältung ist meistens harmlos und klingt von selbst wieder ab.

Ärztlicher Rat ist jedoch insbesondere sinnvoll bei:

  • hohem Fieber
  • starken Beschwerden
  • Beschwerden, die deutlich schlimmer werden
  • Schmerzen in der Brust
  • Luftnot
  • Problemen beim Atmen

Besondere Vorsicht ist außerdem bei bestehenden chronischen Atemwegserkrankungen sinnvoll.

Ein selbst gemachter Balsam ist in solchen Situationen kein Ersatz für medizinische Abklärung.


Wenige Zutaten, sinnvoll eingesetzt

Ein selbst gemachter Erkältungsbalsam muss weder aus vielen ätherischen Ölen bestehen noch besonders intensiv riechen.

Für einen einfachen Erwachsenen-Balsam reichen Pflanzenöl, etwas Wachs und eine sehr kleine Menge Eukalyptusöl aus.

Die wichtigste Regel dabei lautet: Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe und sollten entsprechend sparsam verwendet werden.

Der Balsam heilt keine Erkältung. Er kann aber für manche Menschen eine angenehme kleine Begleitung während der Erkältungszeit sein, besonders dann, wenn er mit wenigen vorhandenen Zutaten hergestellt, sicher dosiert und in einem wiederverwendbaren Behälter aufbewahrt wird.


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