Umweltfreundliche Weihnachtsmärkte

Wenn es nach Zimt, gebrannten Mandeln und Tannengrün duftet, beginnt für viele die schönste Zeit des Jahres. Wer dabei nicht nur auf eine hübsche Kulisse, sondern auch auf Herkunft, Mehrweg, regionale Anbieter und einen bewussteren Umgang mit Energie achten möchte, hat inzwischen erfreulich viel Auswahl. Umweltfreundliche Weihnachtsmärkte gibt es vom kleinen Ökomarkt bis zum großen Stadtmarkt mit eigenem Nachhaltigkeitskonzept. Wir zeigen dir, woran du sie erkennst, welche Märkte in dieser Saison einen Besuch wert sind und wie dein Weihnachtsmarktbesuch ganz ohne Verzicht ein Stück nachhaltiger wird.


Was macht einen Weihnachtsmarkt nachhaltig?

„Nachhaltiger Weihnachtsmarkt“ ist kein geschützter Begriff. Ein Markt wird also nicht automatisch nachhaltig, nur weil dort Bio-Glühwein ausgeschenkt oder Kunsthandwerk verkauft wird. Sinnvoller ist es, auf mehrere Bereiche gleichzeitig zu schauen:

  • Mehrweg und Abfallvermeidung: Pfandtassen, Mehrweggeschirr, Mülltrennung und möglichst wenig unnötige Verpackung.
  • Energie: LED-Beleuchtung, kürzere Beleuchtungszeiten und Strom aus erneuerbaren Quellen.
  • Essen und Getränke: regionale und saisonale Zutaten, Bio-Angebote sowie vegetarische und vegane Alternativen.
  • Produkte und Geschenke: regionales Kunsthandwerk, langlebige und fair gehandelte Waren, Secondhand und Upcycling statt kurzlebiger Massenware.
  • Anreise: gute Erreichbarkeit mit Bahn, Bus, Straßenbahn oder Fahrrad.
  • Soziales: Beteiligung lokaler Vereine, gemeinnütziger Initiativen und sozialer Projekte.

Kaum ein Markt erfüllt all diese Punkte. Gerade deshalb lohnt es sich, genauer hinzusehen: Welche Maßnahmen setzt der Veranstalter tatsächlich um, und beschreibt er sie nachvollziehbar?


Umweltfreundliche Weihnachtsmärkte in Deutschland

Die Auswahl reicht vom kleinen Adventsökomarkt in Berlin bis zu bekannten Großmärkten, die Nachhaltigkeit fest in ihren Veranstaltungsbetrieb eingebaut haben. Hier sind unsere Favoriten.

Umwelt- und Weihnachtsmarkt in der Sophienstraße in Berlin

Termin 2026: 28. und 29. November, 5. und 6. Dezember, 12. und 13. Dezember sowie 19. und 20. Dezember 2026
Öffnungszeiten: samstags 12 bis 20 Uhr, sonntags 11 bis 19 Uhr

Direkt neben den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte findet an allen vier Adventswochenenden, jeweils samstags und sonntags, der Umwelt- und Weihnachtsmarkt in der Sophienstraße statt. Mehr als 80 Aussteller verbinden dort Berliner Design und Kunsthandwerk mit Naturwaren, Bio-Produkten und Waren aus fairem Handel. Der Markt ist also genau richtig, wenn du Geschenke jenseits klassischer Massenware suchst.

Weitere Informationen gibt es beim Umwelt- und Weihnachtsmarkt Sophienstraße.

Adventsökomarkt am Kollwitzplatz in Berlin

Termin 2026: 29. November, 6. Dezember, 13. Dezember und 20. Dezember 2026, jeweils 12 bis 19 Uhr

Der Adventsökomarkt am Kollwitzplatz in Prenzlauer Berg gehört seit Ende der 1990er-Jahre zu den Klassikern unter Berlins ökologischen Adventsmärkten. Rund 60 Aussteller bieten an den vier Adventssonntagen Bio-Lebensmittel, regionales Kunsthandwerk, umweltfreundlich produzierte Textilien und Geschenkideen zum „Fairschenken“ an. Die Stimmung ist bewusst entschleunigt, eine angenehme Alternative zum Trubel der großen Innenstadtmärkte.

Organisiert wird der Markt von der Grünen Liga Berlin. Termine und Hintergründe veröffentlicht die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg.

Nachhaltiger Manufakturen-Weihnachtsmarkt am Schloss Schönhausen

Termin 2026: 27. bis 29. November 2026
Öffnungszeiten: Freitag 14 bis 21 Uhr, Samstag 12 bis 21 Uhr, Sonntag 12 bis 18 Uhr

Wer kleinere Märkte mag, findet im Schlosspark Schönhausen in Berlin-Pankow eine stimmungsvolle Alternative. Rund 30 lokale Anbieter präsentieren Kunsthandwerk, Mode, Leckereien und Geschenkideen. Der Schwerpunkt liegt auf produzierendem Handwerk und nachhaltig hergestellten Waren, außerdem setzt das Konzept konsequent auf Müllvermeidung.

Der Markt dauert nur ein Wochenende, also am besten gleich im Kalender notieren. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre sind frei. Weitere Informationen bietet Berlin.de.

Ökologischer Weihnachtsmarkt im Museum der Arbeit in Hamburg

Termin 2026: 27. bis 29. November 2026

Der ökologische Weihnachtsmarkt im Hamburger Museum der Arbeit stellt den Umweltschutz ausdrücklich an die erste Stelle. An den Ständen findest du Kunsthandwerk, handgemachten Weihnachtsschmuck und Geschenkideen, in der Gastronomie dreht sich alles um Bio. Für Kinder gibt es unter anderem eine Bastelwerkstatt, Puppentheater und Kinderschminken.

Weil der Markt im Museum stattfindet, ist er auch bei Schmuddelwetter ein guter Adventsausflug. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Informationen und Tickets gibt es beim Museum der Arbeit.

Freiburger Weihnachtsmarkt

Termin 2026: 19. November bis 23. Dezember 2026
Geschlossen: 22. November 2026 (Totensonntag)

Nicht nur ausdrückliche „Ökomärkte“ setzen spannende Nachhaltigkeitsmaßnahmen um. Ein gutes Beispiel ist der große Freiburger Weihnachtsmarkt mit über 140 Ständen, verteilt auf mehrere Plätze in und um die Altstadt. Zwischen 2012 und 2017 wurde die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt. Laut Veranstalter sank der Energieverbrauch der Allgemeinbeleuchtung dadurch um rund drei Viertel.

Dazu kommen 100 Prozent Ökostrom von einem regionalen Energieversorger, ein Pfandsystem für Geschirr und Glühweinbecher sowie Stände sozialer Organisationen. Der Markt ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Mehr dazu findest du beim Freiburger Weihnachtsmarkt und auf der Seite zur Nachhaltigkeit des Weihnachtsmarkts.

Tollwood Winterfestival in München

Termin 2026: 24. November bis 23. Dezember 2026
Silvesterparty: 31. Dezember 2026

Tollwood ist mehr als ein klassischer Weihnachtsmarkt. Auf der Münchner Theresienwiese verbindet das Winterfestival einen Markt mit Kultur, Musik und gesellschaftlichen Themen. Bei den Speisen setzt Tollwood auf Bio, dazu kommen zahlreiche Kunsthandwerksstände und ein großes Programm.

Der Zutritt zum Festivalgelände ist frei, und nach Angaben des Veranstalters sind mehr als 90 Prozent der Veranstaltungen kostenlos. Die Theresienwiese ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Das aktuelle Programm gibt es beim Tollwood Winterfestival.

Winterkiosk in Nürnberg

Termin 2026: 21. und 22. November 2026, jeweils 11 bis 18 Uhr

Der Winterkiosk in der Kulturwerkstatt Auf AEG versteht sich als nachhaltiger Weihnachtsmarkt und stellt das Motto „Denken beim Schenken“ in den Mittelpunkt. Mehr als 100 Aussteller zeigen Keramik, Papeterie, Holzarbeiten, selbst entworfene Mode, Schmuck und praktische Dinge für den Alltag. In Workshops und Mitmachaktionen kannst du Weihnachtsgeschenke sogar selbst herstellen.

Besonders interessant ist der Winterkiosk, wenn du junges Design, Handwerk und kleine Hersteller entdecken möchtest. Der Eintritt kostet 6 Euro, Kinder bis 14 Jahre sind frei. Weitere Informationen gibt es beim Winterkiosk Nürnberg.

reYOUrs-Weihnachtsmarkt der FES in Frankfurt

Termin 2026: Samstag, 28. November 2026, 14 bis 21 Uhr

Eine ungewöhnliche Variante gibt es in Frankfurt am Main: Die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, kurz FES, lädt auf ihr Betriebsgelände in der Weidenbornstraße in Bornheim zum reYOUrs-Weihnachtsmarkt ein. Im Mittelpunkt stehen Secondhand und Upcycling: gut erhaltene Spielsachen, Dekoration und Haushaltswaren aus zweiter Hand, dazu Mode, Accessoires, Keramik und Kunstwerke, die zum Teil aus gebrauchten Materialien entstanden sind. Regionaler Honig ergänzt das Angebot.

Der Markt gehört zur Europäischen Woche der Abfallvermeidung und findet nur an diesem einen Tag statt. Alle Details stehen in der Ankündigung der FES Frankfurt.

Weihnachtsmarkt am Kölner Dom

Termin 2026: 16. November bis 23. Dezember 2026
Geschlossen: 22. November 2026 (Totensonntag)

Der Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz direkt vor dem Kölner Dom zeigt, dass Nachhaltigkeit nicht nur etwas für kleine Alternativmärkte ist. Der Veranstalter hat den Markt nach ISO 20121 zertifizieren lassen, einer Norm für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte umfasst. Konkret heißt das unter anderem: LED-Beleuchtung, 100 Prozent Ökostrom und ein Speisen- und Getränkeangebot, das nach Angaben des Veranstalters zu deutlich über 90 Prozent bio-zertifiziert ist.

Auf dem Markt gibt es mehr als 120 Stände. Neben Kunsthandwerk und Gastronomie haben auch soziale Organisationen dort ihren Platz. Eine Zertifizierung bedeutet allerdings nicht, dass ein Markt keine Umweltauswirkungen mehr hat. Sie zeigt vielmehr, dass Nachhaltigkeitsziele systematisch geplant und überprüft werden.

Mehr dazu findest du beim Weihnachtsmarkt am Kölner Dom und auf dessen Seite zum Nachhaltigkeitskonzept.

Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht im Schwarzwald

Termin 2026: 26. November bis 20. Dezember 2026, jeweils Donnerstag bis Sonntag

Der Weihnachtsmarkt in der Ravennaschlucht gehört zu den bekanntesten im Schwarzwald. Unter dem beleuchteten Eisenbahnviadukt stehen regionale Anbieter, Kunsthandwerk und Schwarzwälder Spezialitäten im Mittelpunkt. Beim Verkehrskonzept setzt der Veranstalter klar auf Bus und Bahn: Shuttlebusse fahren ab den Bahnhöfen Hinterzarten und Himmelreich sowie ab Titisee, auf dem Gelände selbst gibt es nur wenige Parkplätze.

Wichtig für deine Planung: Du kommst nur mit einem vorab online gebuchten Ticket für ein Zeitfenster von etwa zwei Stunden hinein, vor Ort werden keine Tickets verkauft. Die regulären Tickets sind meist sehr früh ausverkauft, für die aktuelle Saison meldet der Veranstalter bereits „ausverkauft“. Wer trotzdem noch hinmöchte, sollte im offiziellen Ticketshop nach Resale-Tickets schauen, die andere Besucher dort zurückgeben. Von Angeboten auf anderen Plattformen rät der Veranstalter ausdrücklich ab.

Unser Tipp: Für die nächste Saison möglichst früh buchen. Aktuelle Informationen zu Tickets, Anreise und Öffnungszeiten bietet der Hochschwarzwald.


Nachhaltige Weihnachtsmärkte in Österreich

Auch in Österreich gibt es Advent- und Weihnachtsmärkte, bei denen Bio-Angebote, regionales Handwerk oder Green-Event-Kriterien eine große Rolle spielen.

ART ADVENT am Karlsplatz in Wien

Termin 2026: 13. November bis 23. Dezember 2026, täglich 12 bis 20 Uhr

Der ART ADVENT vor der Karlskirche setzt einen klaren Schwerpunkt auf Kunsthandwerk. Jedes Stück wird von einer Fachjury ausgewählt, vieles ist aus Naturmaterialien gefertigt oder aus Altem neu geschaffen. Besonders schön: Laut Stadt Wien gibt es die Kulinarik ausschließlich in Bio-Qualität.

Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es bei der Stadt Wien.

Grieskindlmarkt am Nikolaiplatz in Graz

Termin 2026: 20. November bis 20. Dezember 2026, jeweils Donnerstag bis Sonntag

Der Grieskindlmarkt in Graz wird nach den Kriterien von Green Events Steiermark ausgerichtet. Angeboten werden vor allem Stücke aus der steirischen Designszene: handgefertigte Mode, Wohndekor, Naturkosmetik, Schmuck und Accessoires. Viele Ausstellerinnen und Aussteller legen laut Graz Tourismus Wert auf einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Der Nikolaiplatz ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, für Fahrräder gibt es zahlreiche Abstellmöglichkeiten. Aktuelle Informationen bietet Graz Tourismus.


Nachhaltige Weihnachtsmärkte in der Schweiz

Auch in der Schweiz bauen einige Weihnachtsmärkte konkrete Umweltmaßnahmen in ihr Konzept ein.

Weihnachtsmarkt Münsterhof in Zürich

Termin 2026: 19. November bis 24. Dezember 2026

Der Weihnachtsmarkt auf dem Münsterhof setzt auf mehrere konkrete Maßnahmen. Nach Angaben des Veranstalters gibt es Mehrweggeschirr, Mehrweggläser und Mehrwegtassen, dazu Ökostrom, LED-Beleuchtung und Recyclingstationen. Die Marktstände und Dekorationen bestehen aus zertifiziertem Schweizer Holz und werden Jahr für Jahr wiederverwendet.

Außerdem gibt es ein eigenes Konzept gegen Lebensmittelverschwendung. Beim Warenangebot liegt der Fokus auf lokalen Geschäften und Zürcher Marken. Mehr Informationen gibt es beim Weihnachtsmarkt Münsterhof.

Berner Münster Weihnachtsmarkt

Termin 2026: 28. November bis 24. Dezember 2026

Direkt vor dem Berner Münster findet täglich ein Weihnachtsmarkt mit Handwerk, Geschenkideen und Gastronomie statt. Für Stände und Beleuchtung nutzt der Veranstalter nach eigenen Angaben ausschließlich Schweizer Ökostrom mit dem Qualitätslabel „naturemade star“. Vom Bahnhof Bern bist du in etwa 10 bis 15 Minuten zu Fuß am Münsterplatz.

Termine und Öffnungszeiten veröffentlicht der Berner Münster Weihnachtsmarkt.


Gibt es auch Zero-Waste-Weihnachtsmärkte?

Unter Namen wie Zero Waste Xmas Market, Zero-Waste-Weihnachtsmarkt, Upcycling-Markt oder nachhaltiger Designmarkt entstehen immer wieder kleinere Veranstaltungen. Viele davon werden allerdings nur wenige Wochen vorher angekündigt und finden nicht jedes Jahr statt.

Für den aus früheren Jahren bekannten Zero Waste Xmas Market in Berlin gibt es für diese Saison bisher keinen offiziell bestätigten Termin. Wenn du gezielt nach solchen Märkten suchst, lohnt sich im November ein Blick in die Programme lokaler Umweltinitiativen, Kulturzentren und Veranstaltungsorte.


Nachhaltiger Weihnachtsmarkt oder Greenwashing?

Ein Weihnachtsmarkt verbraucht immer Ressourcen. Stände müssen aufgebaut, Lebensmittel transportiert, Flächen beleuchtet und Besucher an- und abreisen. Begriffe wie „grün“, „ökologisch“ oder „nachhaltig“ sind deshalb keine Garantie. Aussagekräftiger sind konkrete Informationen:

  • Gibt es Mehrweggeschirr?
  • Woher kommt der Strom?
  • Welche Anforderungen gelten für Aussteller?
  • Wie regional sind Lebensmittel und Produkte tatsächlich?
  • Gibt es Bio- oder Fair-Trade-Kriterien?
  • Werden Marktstände wiederverwendet?
  • Gibt es Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung?
  • Ist der Markt gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?
  • Werden die Nachhaltigkeitsmaßnahmen transparent beschrieben?

Je konkreter ein Veranstalter darüber informiert, desto besser kannst du einschätzen, was hinter dem Nachhaltigkeitsversprechen steckt.


So wird dein Weihnachtsmarktbesuch nachhaltiger

Du musst nicht extra einen Öko-Weihnachtsmarkt ansteuern. Auch auf einem ganz klassischen Markt kannst du mit ein paar einfachen Entscheidungen Ressourcen sparen.

Mit Bus und Bahn anreisen

Die meisten Weihnachtsmärkte liegen mitten in der Stadt und sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Gerade bei großen Märkten sparst du dir so auch die nervige Parkplatzsuche. Für weiter entfernte Märkte lohnt sich ein Blick auf Bahnverbindungen oder Shuttleangebote.

Mehrwegsysteme nutzen

Pfandtassen gehören auf vielen Weihnachtsmärkten längst zum Standard. Wenn es auch Speisen auf Mehrweggeschirr gibt, umso besser: So fällt deutlich weniger Einwegmüll an. Deinen eigenen Thermobecher kannst du gern mitnehmen, frag aber vorher am Stand, ob er befüllt werden darf.

Stoffbeutel oder Rucksack mitnehmen

Wer Kunsthandwerk, Leckereien oder Weihnachtsgeschenke kaufen möchte, packt am besten eine eigene Tasche oder einen Rucksack ein. So brauchst du meist keine zusätzlichen Tüten.

Bei Weihnachtsgeschenken genauer hinschauen

Zwischen Lichterketten und Glühweinduft kauft man schnell spontan. Am meisten Freude machen meist Dinge, die auch nach Weihnachten noch lange genutzt werden, zum Beispiel:

  • regionales Kunsthandwerk
  • Keramik
  • langlebige Küchen- und Haushaltsprodukte
  • Naturkosmetik
  • regionale Lebensmittel
  • Secondhand-Produkte
  • Upcycling-Unikate
  • handgefertigte Kleidung oder Accessoires

Ein hoher Preis oder das Etikett „handgemacht“ sagt allerdings noch nichts über Herkunft und Nachhaltigkeit aus. Im Zweifel einfach am Stand nachfragen, die meisten Ausstellerinnen und Aussteller erzählen gern, wie ihre Produkte entstehen.

Regionale Speisen ausprobieren

Weihnachtsmärkte sind auch kulinarische Erlebnisse. Regionale Spezialitäten sind eine gute Alternative zu weit transportierten Produkten. Gleichzeitig bieten immer mehr Märkte vegetarische und vegane Gerichte an. Du musst dabei auf nichts verzichten, die größere Auswahl macht es nur leichter, Neues auszuprobieren.

Nur kaufen, was du wirklich möchtest

Nachhaltiger Konsum heißt nicht, auf Weihnachtsmarkt oder Geschenke zu verzichten. Gerade bei Deko und Geschenkartikeln hilft aber eine einfache Frage: Würde ich das auch kaufen, wenn gerade nicht Weihnachten wäre? So landet weniger Dekoration nach ein paar Wochen ungenutzt im Schrank.


Welcher nachhaltige Weihnachtsmarkt passt zu dir?

Die Märkte unterscheiden sich deutlich voneinander. Wenn du vor allem Bio-Produkte und ökologische Waren suchst, sind der Adventsökomarkt am Kollwitzplatz oder der ökologische Weihnachtsmarkt im Museum der Arbeit eine gute Wahl. Für Kunsthandwerk und individuelle Geschenke bieten sich der Umwelt- und Weihnachtsmarkt in der Sophienstraße, der ART ADVENT in Wien oder der Winterkiosk in Nürnberg an.

Du magst Secondhand und Upcycling? Dann ist der reYOUrs-Weihnachtsmarkt in Frankfurt einen Abstecher wert. Wer einen großen Weihnachtsmarkt mit Nachhaltigkeitskonzept besuchen möchte, schaut sich Freiburg, den Weihnachtsmarkt am Kölner Dom oder den Münsterhof in Zürich an. Und wenn der Weihnachtsmarkt Teil eines Winterausflugs in die Natur sein soll, ist die Ravennaschlucht eine besondere Wahl, vorausgesetzt, du kümmerst dich rechtzeitig um Tickets.


Häufige Fragen zu nachhaltigen Weihnachtsmärkten

Was ist ein nachhaltiger Weihnachtsmarkt?

Eine verbindliche Definition gibt es nicht. Typische Merkmale sind Mehrwegsysteme, regionale oder fair gehandelte Produkte, Bio-Angebote, LED-Beleuchtung, Ökostrom, Müllvermeidung und eine gute Anbindung an Bus und Bahn. Entscheidend ist weniger der Name des Marktes als die Frage, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Gibt es nachhaltige Weihnachtsmärkte in Deutschland?

Ja. Beispiele sind der Adventsökomarkt am Kollwitzplatz und der Umwelt- und Weihnachtsmarkt in der Sophienstraße in Berlin, das Tollwood Winterfestival in München, der Winterkiosk in Nürnberg und der ökologische Weihnachtsmarkt im Museum der Arbeit in Hamburg. Auch große Märkte wie der Freiburger Weihnachtsmarkt oder der Weihnachtsmarkt am Kölner Dom setzen eigene Nachhaltigkeitskonzepte um.

Gibt es Weihnachtsmärkte mit Bio-Essen?

Ja. Beim ART ADVENT in Wien gibt es die Kulinarik laut Stadt Wien ausschließlich in Bio-Qualität, auch das Tollwood Winterfestival in München und der ökologische Weihnachtsmarkt in Hamburg setzen auf Bio. Am Kölner Dom ist das Speisen- und Getränkeangebot nach Angaben des Veranstalters zu deutlich über 90 Prozent bio-zertifiziert. Bei anderen Märkten ist Bio oft nur ein Teil des Angebots.

Sind Öko-Weihnachtsmärkte automatisch besser für die Umwelt?

Nicht automatisch. Auch ein Öko-Weihnachtsmarkt braucht Energie, Waren, Transporte und Infrastruktur. Kleine Anbieter, regionale Produkte, Mehrweg, eine gute ÖPNV-Anbindung und nachvollziehbare Energie- und Abfallkonzepte können die Auswirkungen aber verringern. Wie groß der Unterschied ist, hängt vom jeweiligen Markt und auch von deinem eigenen Besuch ab.

Gibt es vegane Weihnachtsmärkte?

Rein vegane Weihnachtsmärkte sind deutlich seltener als Märkte mit veganen Angeboten. Auf vielen größeren Märkten gibt es inzwischen pflanzliche Speisen und Getränke. Wenn dir ein vollständig veganes Angebot wichtig ist, wirf vor dem Besuch einen Blick in das aktuelle Standverzeichnis des Marktes.

Wann beginnen die Weihnachtsmärkte?

Viele größere Weihnachtsmärkte starten Mitte bis Ende November. Kleinere Öko-, Design- und Manufakturenmärkte finden dagegen oft nur an einem Wochenende oder an den Adventssonntagen statt. Da sich Termine und Öffnungszeiten jedes Jahr ändern können, lohnt sich vor einer längeren Anreise immer ein kurzer Blick auf die offizielle Seite des Marktes.


Nachhaltige Weihnachtsmärkte sind mehr als Ökomärkte

Wer nach umweltfreundlichen Weihnachtsmärkten sucht, muss sich nicht auf eine bestimmte Art von Markt beschränken. Kleine Ökomärkte überzeugen mit regionalen Anbietern und bewusst ausgewählten Produkten, große Märkte setzen eher bei Mehrweg, Ökostrom, Mobilität oder Veranstaltungsmanagement an. Entscheidend ist nicht, ob ein Markt möglichst „grün“ klingt, sondern ob nachvollziehbare Maßnahmen dahinterstehen.

Und auch dein eigener Besuch muss nicht perfekt sein. Mit Bus oder Bahn anreisen, die Pfandtasse zurückbringen, eine eigene Tasche mitnehmen und bei Geschenken etwas genauer auf Herkunft und Qualität achten: Schon diese kleinen Entscheidungen machen den Weihnachtsmarktbesuch bewusster, und die Vorfreude auf Weihnachten bleibt trotzdem ganz die gleiche.


Nachhaltig4future
Letzte Artikel von Nachhaltig4future (Alle anzeigen)
Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar